andreas-boehm

„Wichtig ist, dass es jedes Jahr ein Stück vorangeht“- Interview mit Andreas Böhm zur Vertragsverlängerung mit Liebherr

Die TTF Liebherr Ochsenhausen freuen sich über die Vertragsverlängerung mit ihrem Haupt- und Namenssponsor Liebherr um drei weitere Jahre. Aus diesem Anlass haben wir ein Interview mit Andreas Böhm, Geschäftsführer der Liebherr-International Deutschland GmbH, geführt.

 

 

1. Herr Böhm, seit über 20 Jahren ist Liebherr Hauptsponsor, Namensgeber und treuer Partner der Tischtennisfreunde Liebherr Ochsenhausen – in dieser Intensität sicher keine alltägliche Verbindung. Wie sehen Sie die TTF und wie bewerten Sie diese Partnerschaft?

 

„Es ist in der Tat keine gewöhnliche Partnerschaft, die Liebherr und die TTF Liebherr Ochsenhausen verbindet. In mehr als zwei Jahrzehnten ist ein enges Verhältnis entstanden, das von gegenseitigem Vertrauen, Sympathie und Respekt geprägt ist.

 

Liebherr ist zwar eine Weltfirma, aber auch stolz auf ihre Bodenständigkeit und die Verwurzelung in der Region Oberschwaben.

 

Die Förderung des Spitzen- und Breitensports in der Region ist uns wichtig. Als Bundesligist aus Oberschwaben, der Spitzensport und Talentförderung auf hohem Niveau miteinander verbindet, sind die TTF für uns genau der richtige Partner. Wir sind daher auch gerne deren Namenssponsor.“

 

2. Wie stehen Sie zur Strategie der TTF, den Nachwuchs für das Profi-Tischtennis selbst heranzuziehen und im Liebherr Masters College zu entdecken, zu fördern und zu formen? Das Jugendkonzept der TTF wurde ja nur mit der Unterstützung von Liebherr möglich. Es ist ja eine längerfristig konzipierte Angelegenheit, nichts, was auf schnelle, berechenbare Erfolge angelegt ist. Erkennen Sie bereits Fortschritte?

 

„Das zweigleisige Konzept der TTF mit der Verbindung von Profiteam und College tragen wir mit und helfen bei der Umsetzung. Folglich stehen wir hinter dem Konzept und wünschen uns, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich weiter beschritten wird. Natürlich kann man sich mit den entsprechenden finanziellen Mitteln eine für den Augenblick erfolgreiche Profimannschaft „einkaufen“. Das ist aber – wie viele Beispiele aus dem Vereinstischtennis zeigen – nicht nachhaltig. Der Weg der TTF ist zukunftsweisend und strategisch gut durchdacht. Mit der Umsetzung sind Experten betraut, zum Beispiel wirkt ein hervorragend besetzter Trainerstab an der Umsetzung mit.

 

Und die Erfolge sind schon jetzt klar erkennbar. Immer wieder schaffen es Spieler aus dem Liebherr Masters College in die Profimannschaft und spielen in der Bundesliga auf Anhieb eine gute Rolle. Und das derzeitige Team, das jüngste der Bundesligageschichte, zählt bereits zu den besten Mannschaften der Liga. Darüber hinaus erzielen Studenten des College immer wieder internationale Erfolge, etwa auf den Turnieren der World Tour.“

 

3. Der letzte Titel der TTF liegt zwölf Jahre zurück. Erwarten Sie, dass der Verein in absehbarer Zukunft vorzeigbare Titel erringt? Oder ist Ihnen die zielstrebige Weiterarbeit im Sinne des Gesamtkonzepts wichtiger?

 

„Es war uns von Anfang an klar, dass das gemeinsame Konzept auf Nachhaltigkeit abzielt und mittel- bis langfristig angelegt ist. Aus diesem Grund erwartet niemand schnelle Erfolge. Wichtig ist, dass es jedes Jahr ein Stück vorangeht. Titel und Erfolge werden wir dann eines Tages erzielen. Die Fortschritte und die konsequente Umsetzung des Konzepts beobachten wir mit Freude und Zuversicht. Die TTF Liebherr Ochsenhausen und ihre Talentförderung im Liebherr Masters College gelten inzwischen im Tischtennissport als beispielhaft und werden auch vom Weltverband ITTF aufmerksam beobachtet und überaus positiv bewertet. Die TTF sind auf einem guten Weg, den wir auch in Zukunft gerne unterstützen.“

 

4. Die TTF sind stark in der Region verwurzelt, gleichzeitig aber auch international erfolgreich. Sehen Sie hier Parallelen zu Liebherr?

 

„Wir kommen aus der Region, sie ist sozusagen unser Fundament. Und den TTF sowie ihrem Management und Vorstand ist dieser Bezug zur Region auch sehr wichtig. Die TTF sehen sich als Verein aus Oberschwaben mit internationalem Anspruch, was sich mit der Philosophie der Firma Liebherr deckt. Im College werden Talente aus der Region, aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt betreut und gefördert. Das Miteinander der jungen Sportler aus diversen Ländern und Kulturen ist vorbildlich.“

 

5. Wie haben Sie die  Saison 2015/16 erlebt? Zwar hat das Team das Liebherr Pokal-Finale in der ratiopharmarena verpasst, aber immerhin die Meisterschafts-Play-offs erreicht. Sind Sie zufrieden oder haben Sie mehr erwartet?

 

„Insgesamt fällt unsere Bewertung der Saison 2015/16 positiv aus. Die junge Mannschaft stand viele Wochen an der Spitze von Europas stärkster Liga, sie hat den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters errungen und in denkwürdigen Partien Topmannschaften wie Düsseldorf, Saarbrücken und Fulda geschlagen. Sie hat viele Tischtennisfans aus der Region und weit darüber hinaus begeistert. Nicht zuletzt hat sie außerdem Zusammenhalt und Charakter bewiesen und Verletzungspech gemeistert.

 

Die Truppe mit ihren durchschnittlich 20 Jahre jungen Spielern hat Akzente gesetzt. Schon in der letzten Spielzeit zählte sie zu den besten Mannschaften Deutschlands. Zur aktuellen Saison wurde die Mannschaft nochmals verstärkt und sogar noch weiter verjüngt.

 

Wir sehen auch die sportliche Entwicklung sehr optimistisch, wenngleich wir uns natürlich gewünscht hätten, dass die TTF als Zugpferd beim Liebherr-Pokal-Finale in der Neu-Ulmer ratiopharm arena dabei gewesen wären. 2016/17 werden die TTF nach einer kleinen Pause auch wieder international in der Champions League antreten. Das junge Team steht vor vielfältigen sportlichen Herausforderungen, und wir drücken die Daumen!“

 

6. Liebherr hat im April auf der internationalen Baumaschinenmesse Bauma in München in Zusammenarbeit mit denTischtennisverbänden von Deutschland und Österreich ein sensationelles Länderspiel auf der Ladefläche eines riesigen Liebherr-Muldenkippers organisiert. Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages ein ähnlich spektakuläres Event auch mit den TTF Liebherr Ochsenhausen durchzuführen?

 

„Selbstverständlich sind wir offen für jeden kreativen Gedanken. Die TTF selbst sowie das Liebherr Masters College führen ja zahlreiche kreative, innovative Aktionen durch, um in der Region für Spitzentischtennis, Nachwuchsförderung, Breitensport und Sport-Vernetzung zu werben. Sie zeigen und präsentieren sich – oft auch für gute Zwecke – und wir unterstützen sie dabei nach Kräften. Nur wenige Vereine sind neben dem Spielbetrieb so aktiv und kreativ wie die TTF mit ihrem sehr aufgeschlossenen Präsidenten Kristijan Pejinovic und ihrem jungen, engagierten „Team hinter dem Team“.“

 

Wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch, Herr Böhm!

————————————————————————————————-

 

TTF-Präsident Kristijan Pejinovic freut sich ebenfalls sehr über die Vertragsverlängerung:

 

„Liebherr glaubt an die Zukunft der Tischtennisfreunde Liebherr Ochsenhausen und des Liebherr Masters Colleges. Wir werden auch in den kommenden Jahren unseren Teil dazu beitragen, dass Tischtennis in unserer Region und in Europa weiter an Qualität zunimmt – sowohl im Spitzensport, als auch in der Nachwuchsförderung.

 

Seit unserer Hauptversammlung vom 13. Dezember 1995, bei welcher unser Vereinsname zu TTF LIEBHERR Ochsenhausen e.V. umbenannt und ins Vereinsregister eingetragen wurde, ist Liebherr mehr als ein zuverlässiger Partner. Dass wir nun in der Jubiläumsaison (60. Jahre TTF) um drei weitere Jahre verlängern, ist alles andere als selbstverständlich und ermöglicht uns für die sehr ehrgeizigen Ziele der Zukunft Planungssicherheit.

 

Dass sich mit Liebherr eine solch innovative Firmengruppe, die auch noch Weltmarktführer in unterschiedlichen Sparten ist, bei uns engagiert, macht unsere Mitarbeiter, Trainer, Spieler und Vereinsangehörigen unglaublich stolz. Wir werden auch weiterhin alles versuchen, die TTF Liebherr Ochsenhausen und das Liebherr Masters College sowohl in Deutschland als auch in Europa in der Spitze zu vertreten.”